Sowjetunion

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Russland unter der Autokratie (1850 – 1905)

In Russland herrschte der Zar unter der Autokratie. Die Politik und Wirtschaft des Landes orientierten sich an der Situation in Westeuropa, die seit einer Reform Zar Peters dem Großen als Maßstab galt. Außerdem hatte die orthodoxe Kirche großen Einfluss auf die Bevölkerung, so war sie vom Zar beaufragt, die häufig andersgläubigen Menschen auf dem Land von der offiziellen Staatskirche zu überzeugen. Alles in allem war das Russische Reich im Vergleich zu Westeuropa extrem rückständig, was sich besonders beim Vergleich der Wirtschaft zeigte.

Modernisierung von oben: Große Reformen

Der Krimkrieg, ein Krieg zwischen Russland und dem Osmanischen Reich (Großbritannien, Frankreich, das spätere Italien), zeigte dem amtierenden Zar Alexander II, dass Russland ohne Modernisierung an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gestoßen war. Um dem entgegen zu wirken, ordnete er die “Modernisierung von oben” an, die besonders die rückständige Landwirtschaft modernisieren sollte. Es kam also zu mehreren Reformen:

  • Bauernbefreiung: Bauern wurden aus der Leibeigenschaft entlassen. Um eigenes Land zu erwerben, mussten sie allerdings die Grundbesitzer entschädigen.
  • Die Dorfgemeinde (“Mir”) war von nun an zuständig für die faire Verteilung des Bodens für Landwirtschaft.
  • Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, früher konnte der Grundherr bestimmen, wer sich dem Militär verpflichten musste.
  • Lokale Verwaltungen, z.B. die “Stadtdumen” wurden eingeführt. Ihre Zuständigkeit waren Handel, Gewerbe und Unterbringung von Militär. Allerdings durften nur die reichsten Bewohner an der Wahl teilnehmen.
  • Eine Justizreform (1864) schränkte die Macht des Zaren ein, von nun an waren Gerichte unabhängig.
  • 1905 wurde erst eine Allgemeine Schulpflicht eingeführt.

Die Auswirkungen dieser Reformen waren jedoch nicht in jedem Fall positiv. Besonders die ländliche Bevölkerung litt weier: Zwar waren die Bauern nun frei, allerdings mussten sie zum Überleben weiterhin Land bei Grundherren pachten und durften nur eine kleine Ackerfläche bewirtschaften. Zudem bestand das Problem, dass weder moderne Gerätschaften, noch zeitgemäße Anbaumethoden in Russland eingeführt wurden, weshalb die Produktivität zwar leicht stieg, Russland im Vergleich zum Westen immer noch rückständig war. Häufige Missernten waren die Folge.

Industrialisierung von oben: Letzter Versuch, die Wirtschaft zu retten

Die wirtschaftliche Macht Russlands war nach der Industrialisierung im Westen enorm gesunken. Die “Industrialisierung von oben” mit den folgenden Reformen war ein Versuch, in der Weltwirtschaft wieder aufzuholen:

  • Kredite für mehr Invesitionen: Zum einen wurde die Staatsbank neu gegründet, zum anderen wurden Geldgeber aus dem Ausland gewonnen.
  • Verbesserung der Infrastruktur, zum Beispiel durch die Förderung des Eisenbahnbaus
  • Einführung einer neuen Zollpolitik, um die Wirtschaft des Landes vor der ausländischen Konkurrenz zu schützen.

Doch, wie zu erwarten, war auch dieser Rettungsversuch zum Scheitern verurteilt. So war man nicht nur durch geliehenes Geld vom Ausland abhängig, die Wirtschaft basierte hauptsächlich auf öffentlichen Aufträgen. Ein Kostenfaktor, den der Staat nicht lange tragen konnte.

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