Mit der Februarrevolution 1917, also im ersten Weltkrieg, dankt der Zar ab und Russland wird zur Republik. Doch der politisch Linken geht dieser Schritt nicht weit genug.
Verlustreicher Krieg
Russland befindet sich im ersten Weltkrieg. Zwar herrscht 1914 noch eine recht patriotische Stimmung, aber schon ein Jahr später kommt der militärische Vorstoß in den Westen zum stehen. Es handelt sich seitdem um einen sehr verlustreichen Krieg, ganze 1,8 Millionen Soldaten sind zu diesem Zeitpunkt kampfunfähig, Kriegsgefangene oder tot. Die Neurekrutierung findet äußerst unprofessionell statt, es mangelt an einer richtigen Ausbildung und Waffen.
Katastrophale Versorgungslage
Die Wirtschaft war auf den verlustreichen Krieg nicht eingestellt. Kurzfristige Versorgungsengpässe konnte man zwar durch die Umstellung auf militärische Produktion lösen, langfristig litt aber vor allem die zivile Bevölkerung an Nahrungsknappheit. Anders als in den Vereinigten Staaten verschlechterten sich die Lebensbedingungen im Winter 1916 / 1917 enorm.
Vom Zarentum zur Republik
Schon ab 1915 wurde für durchgreifende Reformen protestiert mit dem Ziel, eine vertrauenswürdige Regierung zu erlangen. Die Proteste blieben unerhöhrt, bis 1917 der Aufstand hungernder Frauen in Petrograd den Stein ins Rollen brachten und ein Generalstreik entstand. Der letzte Versuch des Zaren Ende Februar, die Aufstände mittels Waffengewalt nieder zu strecken, misslangen – so dankte er ab und Russland wurde zur Republik.
Doppelherrschaft – Provisorische Regierung und Sowjets
Nach der Revolution musste zur Aufrechterhaltung der Ordnung eine provisorische Regierung geschaffen werden. Um jedoch den Rückhalt der revolutionären Massen nicht zu verlieren, einigte man sich gemeinsam mit den Sowjets (die ihrerseits wegen fehlender administrativer Kenntnisse nicht hätten alleine regieren können) auf eine Doppelherrschaft. Reformen sollten die Ziele der Revolution durchsetzen, so wurden bürgerliche Grundrechte geschaffen , die Privilegien einzelner Stände aufgehoben und Nationalitäten und Religionen gleichgestellt.
Es kam jedoch zu Anfeindungen durch die extremen politischen Lager: Während die politisch Rechte den Rückgang zum Zarentum forderte, zielte die politisch Linke auf eine sozialistische Revolution ab, die der bürgerlichen folgen sollte (vergleiche hierzu Lenins Aprilthesen).
Scheitern der provisorischen Regierung
Ein schwerwiegender Fehler der provisorischen Regierung war das Fortführen des Kriegs – denn so kam es auch weiterhin zu Versorgungsengpässen. Die Stimmung der Bevölkerung wurde immer schlechter, was der Bolschewiki zugute kam. Schließlich ging die Befehlsgewalt an die Bolschewiki über, die provisorische Regierung war somit gestürzt.