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Bauernbefreiung in Russland (ab 1861)

Die Bauernbefreiung war ein Reformversuch Alexanders II, bei dem Bauern aus ihrer Leibeigenschaft (Abhängigkeit vom Grundherren) entlassen wurden, um die wirtschaftliche Situation der Autokratie zu verbessern.

Ursachen der Bauernbefreiung

Ende 1800 ist die Autokratie am Ende (vgl. Russland unter der Autokratie). Im Krimkrieg wird dem Zaren bewusst, dass Russland modernisiert werden muss – eine “Modernisierung von oben” beginnt. Ihr Ziel ist es, die wirtschaftlichen Potentiale künftig besser auszunutzen.
Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Landwirtschaft gelegt, sie ist vergleichsweise rückständig und dennoch zählen rund 87 Prozent der Einwohner zur ländlichen Bevölkerung. Das Problem: Die anderorts abgeschaffte Leibeigenschaft minimiert die Produktivität, Fortschritt und Innovation waren nicht möglich. 22,5 Millionen Leibeigene litten unter der Macht der Gutsherren, die alle Macht über sie hatten, selbst die Rechtssprechung.

Verlauf der Bauernbefreiung

1861 ordnet Alexander II die sogenannte Bauernbefreiung an. Alle Bauern sind von nun an persönlich frei, erhalten aber kein kostenloses Land.

Auswirkungen der Bauernbefreiungen

Die Bauernbefreiungen hatten positive und negative Folgen für die Bauen, wobei letztere sichtlich überwiegen:

Positiv Negativ
Bauern erhalten persönliche Freiheit Bauern sind zu Diensten und Abgaben verpflichtet
Bauern erhalten Landanteile zur Nutzung Bauern sind wirtschaftlich vom Mir abhängig
Mir bietet Bauern Rückhalt (z.B. bei Missernten) Bauern dürfen nur mit Zustimmung des Mir das Dorf verlassen
Keine freie Berufswahl für Bauern
Landanteile sind zu klein und immer noch Eigentum des Grundherren

Zwar sind die Bauern nun offiziell unabhängig von den Grundherren, kostenlos möchte der Staat ihnen aber keinen Boden überlassen, da sonst die wirtschaftliche Grundlage des Adels geschwächt würde. Somit erhielten die Bauern (finanziert durch kleine staatliche Kredite) Landfläche in der Größe eines Hektars, die meistens schon zur Versorgung der eigenen Familie nicht ausreichte. Um zusätzliches Geld zu verdienen und so ihr Überleben zu sichern, mussten sie wieder Frondienste aufnehmen.
Die Verwaltung übernahm nun die Dorfgemeinde (genannt: Mir). Ihre Aufgaben waren von nun an:

  • regelmäßige Umverteilung des Bodens, um eine gewisse “Gerechtigkeit” unter den Bauern zu bewahren
  • Verhandlungen mit dem Grunderren über die Befreiungsgesetzgebung
  • Überprüfung der korrekten Ablösezahlungen an den ehemaligen Grundherren beim Kauf von Boden
  • muss staatliche Steuern eintreiben

Die Bauern waren nun frei, der wirtschaftliche Umschwung blieb aber aus. Die Bauern besaßen kein Geld zur Modernisierung der Landwirtschaft (z. B. Kauf neuer Gerätschaften) und die Grundherren behielten ihr Geld für sich.

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